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Was ist BNPL? Das Prinzip „Jetzt kaufen, später zahlen“

Kluge Ausgaben
Was ist BNPL? Das Prinzip „Jetzt kaufen, später zahlen“
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Was ist BNPL? Erfahre, wie das Prinzip „Jetzt kaufen, später zahlen“ funktioniert, was die neuen Regulierungen 2024 bedeuten und welche Risiken bei Anbietern wie Klarna lauern.

Was ist BNPL und wie funktioniert das Prinzip „Jetzt kaufen, später zahlen“?

Buy Now, Pay Later (**BNPL**) ist eine moderne und digitale Form des klassischen Rechnungskaufs oder Ratenkaufs, die den Online-Handel revolutioniert hat. BNPL ist genau das, was der englische Begriff verspricht: Du erhältst deine Ware **now** (sofort), während die eigentliche Bezahlung erst **later** (später) erfolgt. Im Gegensatz zur Kreditkarte, wo die Abrechnung meist am Monatsende geschieht, bietet BNPL oft flexiblere Zeiträume oder Ratenzahlungen direkt am Point of Sale an.

Dieser Prozess ist nahtlos in den Checkout-Prozess vieler Online-Shops integriert. An der Kasse findest du oft Buttons mit Aufschriften wie „**Pay Later**“ oder „**Press Pay**“, die dir erlauben, den Kauf abzuschließen, ohne sofort Geld zu überweisen. Obwohl sich dieser Vorgang durch die einfache Handhabung und das Fehlen von Zinsen bei kurzfristigen Zahlungen sehr leicht anfühlt, handelt es sich rechtlich gesehen oft um einen **Consumer Credit** (Verbraucherkredit). Du gehst eine verbindliche Zahlungsverpflichtung ein, die bei Nichtbeachtung negative Konsequenzen für deine Bonität haben kann.

Zusammenfassung

In diesem Artikel erfährst du alles über die Funktionsweise von Buy Now, Pay Later (BNPL) und wie Anbieter wie Klarna den Markt dominieren. Wir beleuchten die wichtigen regulatorischen Änderungen seit Mai 2024, die dich als Verbraucher schützen sollen, und warnen vor aktuellen Sicherheitsrisiken durch Fake Payment Apps. Zudem stellen wir dir den Gehaltsvorschuss als Alternative vor und beantworten die wichtigsten Fragen zur sicheren Nutzung von „Später bezahlen“-Optionen.

TLDR

  • BNPL ermöglicht den sofortigen Erhalt der Ware bei späterer Bezahlung, ist aber rechtlich ein Verbraucherkredit.
  • Klarna dominiert den Markt mit Modellen wie der 30-Tage-Frist, die eine aktive Bestätigung in der App erfordert.
  • Seit Mai 2024 gelten strengere EU-Regeln zur Prüfung der Kreditwürdigkeit, um Überschuldung zu vermeiden.
  • Vorsicht vor Betrug: Kriminelle nutzen Fake Payment Apps, um Zahlungen nur vorzutäuschen.
  • Alternativen wie Gehaltsvorschüsse können helfen, Konsumschulden zu vermeiden.

📑 Inhaltsverzeichnis

Anbieter im Fokus: Klarna und die 30-Tage-Frist

Wenn es um BNPL in Deutschland geht, führt kaum ein Weg an bestimmten Anbietern vorbei. Besonders die Option **Klarna später bezahlen** hat sich als Synonym für den modernen Rechnungskauf etabliert. Klarna und ähnliche Dienstleister wie PayPal oder Affirm haben hierzulande eine klare Marktführerschaft übernommen. Ein kurzer **Überblick** zeigt, dass vor allem die nahtlose Integration in Apps und Shops für diese Dominanz verantwortlich ist.

Das Modell **Klarna 30 Tage später zahlen** ist dabei besonders beliebt. Hierbei wird das Zahlungsziel von den üblichen 14 Tagen auf 30 Tage verlängert. Wichtig ist jedoch zu verstehen, wie die App funktioniert: Du musst den Erhalt der Ware oft aktiv melden oder Zahlungen in der App **bestätigen** (**confirmed**), damit der Prozess abgeschlossen wird. Wenn du vergisst, die Zahlung anzuweisen oder die Retoure anzumelden, können schnell Mahgebühren anfallen, auch wenn die Frist großzügig erscheint.

Neue Regulierungen und Verbraucherschutz (Stand Mai 2024)

Wir schreiben das Jahr 2026, und der Blick zurück zeigt, wie stark sich der Markt verändert hat. Früher waren BNPL-Anbieter oft weniger streng reguliert als klassische Banken. Doch Änderungen im Kreditwesen (**The Regime**) haben die Spielregeln für Kreditnehmer (**The Borrowers**) verschärft.

⚠️ Die Verschuldungsfalle

Die einfache Option „Click and Confirm“ verleitete viele dazu, den Überblick zu verlieren. Kleine Beträge summierten sich schnell zu einer großen Schuldenlast.

📅 Der Wendepunkt: Mai 2024

Im May 2024 traten entscheidende Teile der überarbeiteten EU-Verbraucherkreditrichtlinie in Kraft. Seitdem müssen Anbieter deine Bonität auch bei kleineren Beträgen und zinsfreien Krediten („Buy Now, Pay Later“) strenger prüfen.

Diese Regulierungen zielen darauf ab, dich vor Überschuldung zu schützen. Wenn du in Zukunft BNPL nutzen möchtest, ist eine saubere Bonität wichtiger denn je. Du solltest dich daher frühzeitig damit beschäftigen, wie du deine Kreditwürdigkeit verbessern kannst, um weiterhin Zugang zu diesen Zahlungsoptionen zu haben.

Sicherheitsrisiken: Fake Payment Apps und Betrug

🛡️ Warnung vor Betrugsmaschen

Während BNPL-Dienste an sich sicher sind, nutzen Kriminelle die Popularität für ihre Zwecke. Ein großes Problem ist die sogenannte Fake Payment App. Diese Apps simulieren täuschend echt das Design bekannter Zahlungsdienstleister.

Betrüger nutzen diese Apps oft bei Verkäufen über Kleinanzeigen-Portale oder im direkten Handel. Sie zeigen dir auf ihrem Smartphone einen Bildschirm, auf dem die Zahlung als Confirmed (bestätigt) markiert ist. Doch dieser Screen ist nur eine Animation – es wurde nie Geld überwiesen.

So erkennst du seriöse Anbieter und schützt dich:

  • Verlasse dich nie auf Screenshots: Warte immer, bis das Geld oder die Bestätigung in deiner eigenen App oder auf deinem Konto sichtbar ist.
  • Offizielle Kanäle: Nutze nur die Zahlungswege, die direkt in den Checkout der offiziellen Shop-Seite integriert sind.
  • Warnsignale beachten: Lerne die Merkmale eines Online-Betrugs kennen, um gefälschte Apps und Phishing-Versuche sofort zu entlarven.

Alternativen zum Ratenkauf: Der Gehaltsvorschuss

Nicht immer ist ein Konsumkredit via BNPL die beste Lösung, besonders wenn es darum geht, finanzielle Engpässe zu überbrücken. Eine interessante Alternative ist der Gehaltsvorschuss (Earned Wage Access). Hierbei erhältst du Zugriff auf Geld, das du bereits erarbeitet hast, das aber noch nicht ausgezahlt wurde.

Merkmal Buy Now, Pay Later (BNPL) Gehaltsvorschuss
Schuldenrisiko Hoch (neue Schulden entstehen) Niedrig (keine neuen Schulden, nur Vorschuss)
Kosten Oft kostenlos, aber hohe Mahgebühren Meist geringe Pauschalgebühr
Sinnvoll bei Konsumgütern (Mode, Technik) Unvorhergesehenen Rechnungen vor dem Zahltag

Ein Gehaltsvorschuss ist oft sinnvoller, wenn du liquide Mittel für lebensnotwendige Ausgaben brauchst, anstatt Konsumschulden anzuhäufen.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen „Pay Now“ und „Pay Later“?

Der Unterschied ist simpel: Bei Pay Now wird der Betrag sofort von deinem Konto oder deiner Karte abgebucht (z. B. Sofortüberweisung). Bei Pay Later verzögert sich die Zahlung. Du erhältst die Ware zuerst und hast – je nach Anbieter – 14, 30 oder mehr Tage Zeit, die Rechnung zu begleichen, oft zinsfrei für diesen kurzen Zeitraum.

Was bedeutet „Open Pay“?

Der Begriff Open Pay kann zweierlei bedeuten: Zum einen ist es der Name eines spezifischen BNPL-Anbieters, der flexible Rückzahlungspläne für größere Anschaffungen anbietet. Zum anderen wird der Begriff im Finanzkontext manchmal verwendet, um einen noch offenen Zahlungsbetrag in deinem Kundenkonto zu beschreiben, der noch beglichen werden muss.

Was passiert, wenn ich in der App auf „Confirm“ drücke?

Vorsicht: Ein Klick auf Confirm oder Press Pay ist mehr als nur eine Bestätigung des Warenkorbs. Du schließt damit einen verbindlichen Zahlungsvertrag und in vielen Fällen einen kurzfristigen Kreditvertrag ab. Du verpflichtest dich rechtlich, den Betrag zum vereinbarten Zeitpunkt zu zahlen, und akzeptierst die AGB des Zahlungsdienstleisters.

Lohnt sich BNPL auch für kleine Beträge („Now and Then“)?

BNPL-Anbieter werben damit, dass du den Service auch nur ab und zu (**Now and Then**) für kleine Einkäufe nutzen kannst. Experten raten jedoch davon ab, Kleinstbeträge ständig zu finanzieren, da man schnell den Überblick verliert. Es ist besser, solche Summen sofort zu zahlen. Um deine Finanzen im Blick zu behalten und zu entscheiden, ob eine Ratenzahlung wirklich nötig ist, helfen dir die besten Haushaltsbuch-Apps dabei, Einnahmen und Ausgaben sauber zu tracken.


Geschrieben von

Stefan Leitner